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Wissen

Kopieren ist billig geworden. Das Warum ist jetzt das Teuerste.

Von Ulrike Liselotte Monnerie, MAVeröffentlicht Zuletzt aktualisiert

Bei Pensionierung oder Firmenübergabe geht oft das Wissen verloren, warum ein Betrieb so arbeitet, wie er arbeitet. Es steckt in den Köpfen von zwei oder drei Menschen. In aufgezeichneten Interviews über mehrere Monate kommen Geschichte, Gründe, Grundsätze und Fachwissen heraus. Daraus entsteht eine Firmen-KI, die mit den Worten der Person antwortet und die Quelle nennt.

Kopieren ist billig geworden. Das Warum ist jetzt das Teuerste. Was passiert, wenn eine KI jedes Programm nachbauen kann? Reverse Engineering mit KI ist gerade das Gesprächsthema der Softwarewelt. Niklas Steenfatt zeigt im Video vom 13. Oktober, wie Claude ein bezahltes Programm nachbaut. Nachbauen kann man heute vieles. Wertvoll wird es erst, wenn man versteht, warum etwas wirkt, im Programm wie im Betrieb.

Das Problem

Bei einer Pensionierung oder bei Firmenübergabe geht oft Firmenwissen verloren: Warum arbeitet ihr mit diesem Lieferanten und nicht mit dem billigeren? Wie habt ihr damals die Krise überstanden? Was macht ihr nie, auch wenn es Geld bringen würde? In vielen Firmen steht das nirgends. Es steckt im Kopf von zwei oder drei Menschen.

So geht es

Das Wissen kommt im Gespräch heraus: in einem strukturierten Ablauf aus qualitativen Interviews mit der Person, die entschieden hat, über mehrere Monate, jedes Gespräch aufgezeichnet. Die KI ordnet dabei nur nach Themen, Jahren und Entscheidungen. Was davon in die Firmen-KI kommt, entscheidet ihr.

Hinein gehören vier Dinge: die Geschichte mit ihren Wendepunkten, die Gründe hinter den Entscheidungen, die Grundsätze (was ihr immer macht und was nie) und das Fachwissen, das in keinem Lehrbuch steht. Die Gründe sind der wertvollste Teil. Heraus kommt eine Firmen-KI, die Neue fragen können: „Warum machen wir das so?“ Sie antwortet mit den Worten der Person und sagt dazu, aus welchem Gespräch das stammt. Auf Wunsch wird daraus auch eine gedruckte Firmenchronik.

Dafür gelten Regeln, dieselben wie bei jedem digitalen Abbild: Zustimmung schriftlich, und die Person legt fest, was intern bleibt. Die KI zitiert und erfindet nichts. Was im Gespräch nicht vorkommt, weiß sie nicht, und das sagt sie. Geschichten über Mitarbeitende oder Kunden bleiben draußen oder werden geschützt. Grundsätze geben Orientierung. Was 1995 richtig war, prüft der Nachfolger selbst, mit dem Wissen, warum es damals so war.

So fängt es an

Unser erstes Interview beginnt mit diesen fünf Fragen:

  • Warum wurde die Firma gegründet?
  • Welche Entscheidung würde man wieder genauso treffen, welche nicht?
  • Was macht die Firma nie, auch wenn es Geld bringt?
  • Welcher Kunde hat am meisten gelehrt?
  • Was soll die Nachfolge nie vergessen?

Danach folgen viele weitere Gespräche. Wir richten eure eigene KI ein, trainieren sie mit euch und legen fest, wer worauf zugreifen darf. Eure Leute finden, was sie brauchen, und eure Daten gehen an keinen fremden Konzern.

Was bleibt: Nachbauen kann eine KI, das Warum eurer Firma kennen nur die Menschen, die sie aufgebaut haben. Haltet es fest, solange sie noch da sind.

Quelle: Niklas Steenfatt, YouTube, 13.10.2026, youtu.be/LPEqG_K5lv0

(Bilder im Film KI-generiert.)

Quellen

  1. Niklas Steenfatt, YouTube, 13.10.2026

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